Sicher bezahlen im Internet

Der Einkauf in einem Onlineshop stellt rechtlich gesehen ein Fernabsatzgeschäft dar. Der Unternehmer bedient sich hier eines für den Fernabsatz organisierten Vertriebs- und Dienstleistungssystems.

 

Bei einem Fernabsatzgeschäft begegnen sich Verbraucher und Unternehmer nicht körperlich, sondern die Vertragserklärungen werden unter Verwendung eines oder mehrerer Fernkommunikationsmittel - etwa Katalog/ Bestellschein, Telefon, Email oder Internet – ausgetauscht.

 

Kreditkarte bei Onlineshops sehr beliebt

 

In vielen Onlineshops kann man nur mit einer Kreditkarte bezahlen. Dafür reicht die Angabe seines Namens und seiner Kreditkartennummer. Das ist einerseits komfortabel, andererseits stellt sich aber auch die Frage der Sicherheit dieser Zahlungsart. Schließlich ist die Nummer der Kreditkarte nicht geheim zu halten; jeder Kellner im Restaurant wo man zahlt, jeder Hotelportier an der Rezeption und umsomehr jeder Hacker im Internet kann sich die Nummer merken und diese missbrauchen.

 

Umgang mit der Kreditkarte

 

§ 44 des Zahlungsdienstegesetzes (ZaDiG) sieht vor, dass der Karteninhaber gegen den Kartenaussteller (Zahlungsdienstleister) im Falle eines nicht autorisierten Zahlungsvorganges den Betrag unverzüglich zu erstatten und das belastete Konto wieder auf den Stand zu bringen hat, auf dem es sich ohne den nicht autorisierten Zahlungsvorgang befunden hätte. Darüber hinaus gehende Ansprüche des Zahlers aus Vertrag oder Gesetz werden dadurch nicht ausgeschlossen.

 

Beruhen nicht autorisierte Zahlungsvorgänge auf der missbräuchlichen Verwendung eines Zahlungsinstruments, so ist der Zahler seinem Zahlungsdienstleister zum Ersatz des gesamten Schadens verpflichtet, der diesem infolge des nicht autorisierten Zahlungsvorganges entstanden ist, wenn er ihn in betrügerischer Absicht ermöglicht hat oder durch vorsätzliche oder grob fahrlässige Verletzung einer oder mehrerer Pflichten gemäß § 36 (Z 1) oder einer oder mehrerer vereinbarter Bedingungen für die Ausgabe und Nutzung des Zahlungsinstruments (Z 2) herbeigeführt hat.


Wurden die in Z 1 und 2 genannten Pflichten und Bedingungen vom Zahler nur leicht fahrlässig verletzt, so ist seine Haftung für den Schaden auf den Betrag von 150 Euro beschränkt. Die Kreditkartenunternehmen verlangen von ihren Kunden vor allem, dass diese die Abrechnungen sofort und genau überprüfen und so rasch wie möglich, jedenfalls innerhalb bestimmter Fristen (einzusehen in den jeweiligen AGB) gegen falsche Buchungen Widerspruch erheben.

  • Verwenden Sie Ihre Kreditkartennummer im Internet nie ohne Verschlüsselung. Ungesicherte Zahlungen bieten Hackern leichtes Spiel. Die Kreditkartenfirmen propagieren das SET-System als sicheren Weg, im Internet mit Kreditkarte zu zahlen.
  • Überprüfen Sie ihre Kreditkartenabrechnungen immer sofort und genau auf allfällige missbräuchliche Verfügungen unbekannter Dritter.
  • Stellen Sie unerklärliche Buchungen fest, dann sollten Sie unbedingt sofort (mit eingeschriebenem Brief) dagegen Widerspruch erheben und die Gutbuchung verlangen (chargeback).

Sichere Zahlungsvarianten

 

Immer wieder werden Konsumenten Opfer von Internet-Betrug. Die Methoden der Betrüger sind vielfältig. Im Kern läuft es aber in der Regel darauf hinaus, dass der Kunde zahlt und keine Ware erhält.

 

Tipps des Europäischen Verbraucherzentrums zum Schutz vor Internet-Betrug:


Soweit möglich, nicht per Vorauskassa bezahlen. Wer sich darauf einlässt, zuerst Geld zu überweisen und erst danach die Ware bekommen soll, der geht ein erhebliches Risiko ein. Daher ist der sicherste Weg des Einkaufes im Internet, die Ware auf Rechnung zu bestellen. Da kann man die Ware untersuchen und – wenn sie entspricht – die Rechnung bezahlen.

 

Wenn Vorauskasse nötig, dann möglichst sichere Wege wählen. Ein guter Kompromiss wäre eine Bestellung per Nachnahme. Da zahlt man an den Zusteller – also erst nach Zugang der Ware. Dabei sollte man allerdings sich die Zeit und die Nerven nehmen, die Ware tatsächlich zu kontrollieren, bevor man Zahlung leistet.

 

Bei der Vorauszahlung via Kreditkarte hat man zwar kein Recht darauf, dass die Kartenorganisation Vorauszahlungen zurückbucht, wenn man einem Betrüger aufgesessen wäre.
Die Kartenorganisationen haben aber intern sehr wohl Mechanismen, solche Zahlungen zurückzuholen. Voraussetzung ist, dass man sich rasch mit der Kartenorganisation ins Einvernehmen setzt und alle Schritte der Bestellung gut dokumentiert hat.

 

Ähnlich läuft die Sache bei Paypal: Diese Tochter von E-Bay wickelt elektronische Zahlungen ab und bietet für Verkäufer und Käufer Schutzmechanismen an, sollte man betrogen worden sein. Voraussetzung ist aber auch hier, dass man den gesamten Kauf und auch Zahlungs- und Versandvorgang genau dokumentiert hat.

 

Treuhänder – Achtung vor Betrügern. Konsumenten berichten uns seit Jahren über die immer selbe Masche bei verdächtig günstigen Verkaufsangeboten: Unseriöse Firmen präsentieren als Zahlungsabwicklung einen Rechtsanwalt oder eine vermeintlich renommierte Transportfirma als "Treuhänder". Das klingt sehr sicher. Allerdings ist der Anwalt erfunden und hat der Transporteur nichts mit dem bekannten Cargodienst zu tun, sondern trägt nur einen ähnlichen Namen.


Auch diese Transportfirmen werden nur für die Abwicklung der konkreten Betrugsfälle ins Leben gerufen.


De facto zahlten die Konsumenten nicht zu ihrer Sicherheit an einen Treuhänder, sondern ging das Geld an die Betrüger. Bei solchen Angeboten sollte man daher besonders aufpassen und – etwa durch Nachfragen beim angeblichen Treuhänder, bei der Rechtsanwaltskammer und bei Verbraucherschützern – die Situation abklären.

 

Abwicklung mit Schecks – Hände weg! Im Zuge von Geschäften auf Verkaufsplattformen kommt es immer wieder dazu, dass sich ein vermeintlicher Käufer mit einer rührseligen Geschichte meldet und anbietet, gleich mehr als den Kaufpreis zu zahlen. Man möge dann – z.B. die Transportkosten – auf ein anderes Konto weiter überweisen. Der genannte Betrag geht dann auch – via Scheck – am Konto ein. Wenn man weiter überweist, geht man aber in die Falle. Der Scheck platzt und wird – das kann die Bank jederzeit (!) – einfach wieder abgebucht. Das Geld, das man weiter überwiesen hat, ist dagegen für immer weg.

 

Vorsicht vor Anwerbungen als Konto-Abwickler. Eine besonders raffinierte Zahlungsabwicklung von Betrügerbanden ist die Anwerbung von Finanzagenten. Das sind im Grunde unbescholtene Bürger, denen via Internet angeboten wurde, dass sie für die Zurverfügungstellung ihrer Konten für Zahlungsabwicklungen einen kleinen Beitrag bekommen. Tatsächlich dienen diese Personen der Verschleierung der Zahlungsflüsse und machen sich mitschuldig.


Erste Version vom 12.03.2013, zuletzt aktualisiert am 05.02.2015