Sicher bezahlen im Internet

Immer wieder werden Konsumenten Opfer von Internet-Betrug. Die Methoden der Betrüger sind vielfältig. Im Kern läuft es aber meist darauf hinaus, dass der Kunde zahlt und keine Ware oder Dienstleistung erhält. Oder umgekehrt – man bestellt einmalig, die Firma behauptet aber, dass ein Abo abgeschlossen wurde und der Preis für Ware oder Leistung wird monatlich gefordert.

PYR B02 Payment

Wir geben einen Überblick, welche Zahlungsarten es für Onlinekäufe gibt, welche davon empfehlenswert sind und worauf man jeweils achten sollte, um sich bestmöglich zu schützen.

Sichere Zahlungsvarianten

Wir empfehlen grundsätzlich, nicht per Vorauskassa zu bezahlen.

Am sichersten ist es, erst dann zu bezahlen, wenn man die Ware erhalten hat. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Kauf auf Rechnung:

Diese Variante empfehlen wir am meisten. Man kann die Ware in Ruhe untersuchen und erst dann – wenn sie entspricht – die Rechnung bezahlen.

Bestellung per Nachnahme:

Dabei zahlt man an den Zusteller – also erst bei Lieferung. Dabei sollte man sich allerdings die Zeit und die Nerven nehmen, die Ware tatsächlich zu kontrollieren, bevor man bezahlt.

Zweite Wahl

Nur dann, wenn Kauf auf Rechnung oder per Nachnahme nicht möglich ist, stellen folgende übliche Zahlmodalitäten eine Alternative dar:

Kreditkarte:

Die Kreditkarte ist eine relativ sichere Zahlmethode, da es Methoden zur starken Kundenauthentifizierung gibt (z.B. TAN-Code, Passwort, Fingerabdruck) und dadurch weitestgehend vermieden werden kann, dass es zu Missbrauch kommt.

PYR E16 Chargeback

Weiters gibt es für den Fall, dass es zu Schwierigkeiten mit der Firma kommt, die Möglichkeit eines Chargebacks. Darauf gibt es allerdings keinen rechtlichen Anspruch.

 

Sollte es zu Verlust, Diebstahl oder missbräuchlicher Verwendung kommen, kann das Geld unter gewissen Voraussetzungen zurückgeholt werden.

Paypal:

Diese Tochter von eBay wickelt elektronische Zahlungen ab und bietet für Verkäufer und Käufer Schutzmechanismen an, sollte man betrogen worden sein, Bestellungen nicht angekommen sein oder nicht mit der Angebotsbeschreibung übereinstimmen. Voraussetzung ist hierbei, dass man den gesamten Kauf sowie den Zahlungs- und Versandvorgang genau dokumentiert hat. Tipp: Wir empfehlen, sich die Bedingungen zum Käuferschutz vorab genau durchzulesen, da es Ausnahmen gibt.

Überweisung:

Wir empfehlen diese Zahlmethode nur, wenn Sie das Unternehmen kennen und bereits positive Erfahrungen gemacht haben. Bei einer aktiven Überweisung kann das Geld nämlich nicht zurückgeholt werden (falls es zu Schwierigkeiten kommt).

Bankeinzug:

Wenn Sie dem Unternehmen Ihre Bankdaten bekannt geben, kann dieses von Ihrem Konto abbuchen. An sich darf es nur den vereinbarten Betrag abziehen. Allerdings gibt es unseriöse Firmen, die einen höheren Betrag oder wiederholt abbuchen. Oder es gibt Probleme bei der Bestellung und der Betrag wurde zwar eingezogen, aber Sie haben die Ware nicht erhalten.

 

Sofern Sie Ihr Konto regelmäßig kontrollieren und Ihnen solche Unregelmäßigkeiten auffallen, können Sie diese innerhalb von acht Wochen an Ihre Bank melden und das Geld kann zurückgeholt werden. Diese Zahlmethode empfiehlt sich daher für Konsumenten, die ihr Konto im Blick haben.

Neuere Bezahlmethoden

In den letzten Jahren haben sich diverse neue Varianten etabliert, wie Verträge, die im Internet abgeschlossen wurden, bezahlt werden können, zum Beispiel:

Klarna:

In Europa stark vertreten ist etwa die Firma Klarna aus Schweden. Es handelt sich dabei um einen Zahlungsdienstleister, der sich auf E-Commerce spezialisiert hat. Durch diese Firma hat der Konsument die Möglichkeit, seine Waren mittels Rechnung, Sofortüberweisung oder Ratenkauf zu bezahlen. Es ist beim Einkauf somit eine weitere Firma beteiligt, die alleine für die Zahlungsabwicklung zuständig ist. Sollte es zu Problemen bei der Zahlung kommen, wird man in der Regel von der Firma Klarna direkt kontaktiert und nicht von der Firma, bei der die Ware bestellt wurde. Umgekehrt hat Klarna nichts mit dem tatsächlichen Kaufvertrag zu tun. Beschwerden über die Ware können daher nicht mit dem Zahlungsdienstleister geklärt werden.

 

Unser Tipp: Bei Problemen am besten eine E-Mail an die Firma und in Kopie an Klarna senden. Sollten ungerechtfertigte Mahnspesen auf die Rechnung dazugeschlagen werden, vorerst nur den Rechnungsbetrag zahlen und die Forderung des Restbetrages rechtlich abklären lassen.

MoneyGram / Western Union:

Eine andere Möglichkeit von Geldüberweisungen bieten Firmen wie MoneyGram oder Western Union. Für klassische Transaktionen wird kein Bank- oder Kreditkartenkonto benötigt, sondern nur Bargeld. Man geht zu einer Zweigstelle der jeweiligen Firma, weist sich aus und gibt an, für wen in welchem Land das Geld bestimmt ist. Die erhaltene Referenznummer nennt man der Person, die das Geld abholen soll. Mit einem Ausweis und der Nummer kann diese dann das Geld bei einer Zweigstelle in ihrem Land entgegennehmen. Mittlerweile ist es bei MoneyGram und Western Union auch möglich, online Geld zu senden, welches z.B. entweder persönlich abgeholt oder an ein Bankkonto überwiesen wird.

 

Da diese Bezahlmethode von Betrügern gerne benutzt wird, ist es ratsam, vorsichtig zu sein, wenn Unbekannte diese Art der Überweisung vorschlagen.

Handyzahlung:

Heutzutage werden Bezahlmethoden über das Handy immer beliebter. So wird etwa über Google Pay oder Apple Pay eine Funktion dafür angeboten. Die jeweiligen Bezahldaten (z.B. Kreditkarte) werden einmal hinterlegt und dann können mittels der jeweiligen Apps die Zahlungen durchgeführt werden. Die Bezahldaten werden dabei nicht an die Firma weitergeleitet.

Rechtlicher Hintergrund

Der Einkauf in einem Onlineshop stellt juristisch gesehen ein Fernabsatzgeschäft dar. Das bedeutet, dass sich Verbraucher und Unternehmer nicht persönlich begegnen, sondern der Vertrag über eines oder mehrere Fernkommunikationsmittel – etwa Katalog/Bestellschein, Telefon, Email oder Internet –abgeschlossen wird. Sie haben im Fernabsatz besondere Rechte, z.B. beim Rücktrittsrecht. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Rubrik Onlineshopping.

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