Betrug mit Western Union

Gute Nachrichten für Konsumenten, die einem Betrug zum Opfer gefallen sind und Geld über Western Union überwiesen haben: Dank einer US-Initiative könnten sie das verlorene Geld zurück bekommen.

 

Voraussetzung dafür ist, dass die Überweisung zwischen 1. Jänner 2004 und 19. Jänner 2017 passiert ist. Unter diesem Link finden Betroffene das Formular, das in englischer Sprache ausgefüllt und abgeschickt werden muss. Vorbehaltlich der Prüfung durch das amerikanische Justizministerium erhalten betroffene Konsumenten eine Rückerstattung.

 

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Fragen & Antworten, die von den US-Behörden bereitgestellt werden, für Sie übersetzt.

 

Agiert Western Union selbst betrügerisch?

 

Nein. Betrüger haben Konsumenten dazu aufgefordert, über Western Union Geld an sie zu überweisen. Western Union hat also lediglich diese Dienstleistung in üblicher Weise bereitgestellt, ohne den Zweck des Geldtransfers zu überprüfen.

 

Bis wann kann man einen Antrag einbringen?

 

Die Frist zur Forderungsanmeldung endet am 31. Mai 2018.

 

Wer ist berechtigt, einen Antrag einzubringen?

 

Sollten Sie zwischen 1. Jänner 2004 und 19. Jänner 2017 über Western Union Geld an einen Betrüger überwiesen haben, können Sie einen Antrag einbringen.

 

Benötige ich dafür einen Anwalt?

 

Nein, Sie können den Antrag selbständig ohne Anwalt einbringen.

 

Werde ich mein Geld sicher zurückbekommen?

 

Jeder Antrag wird individuell vom US-Justizministerium geprüft. Die Höhe der Auszahlung richtet sich danach, wie viel Geld Sie verloren haben und wie viele Personen gültige Anträge einbringen.

 

Sie können nur den Betrag fordern, den Sie über Western Union überwiesen haben. Zusatzkosten wie Gebühren von Western Union, weitere Verluste oder Überweisungen über andere Dienstleister sind nicht erstattungsfähig.

 

Wann werde ich eine Zahlung erhalten?

 

Es kann bis zu ein Jahr dauern, bis alle Anträge geprüft wurden. Die Website mit allen Informationen des US-Justizministeriums wird aktualisiert, sobald Näheres feststeht.

 

Es wird nach einer "Social Security number" gefragt – eine solche habe ich nicht?

 

Dies haben nur US-Bürger. Wählen Sie die Option "Check this box if you do not have a Social Security number" und geben Sie als Begründung an, dass Sie kein US-Bürger sind ("I am not an US citizen"). 

 

Kann ich den Antrag auch stellen, wenn ich den Betrug damals nicht an Western Union gemeldet habe?

 

Ja, wenn Sie alle anderen erforderlichen Kriterien erfüllen.

 

Welche Art von Betrug ist gedeckt?

 

Es gibt eine große Bandbreite an Betrugsmaschen, die abgedeckt werden, darunter folgende:

  • Internetbetrug – Sie haben Produkte bestellt, aber nie erhalten.
  • Lotterie oder Gewinnspiele – Ihnen wurde ein Gewinn versprochen, den Sie nie erhalten haben.
  • Angeblicher Notfall – Sie haben Geld an jemanden überwiesen, der behauptete, sich in einer Notsituation zu befinden (und sich evtl. sogar als Verwandter ausgegeben hat).
  • Kredite – Ihnen wurde gegen Zahlung einer Gebühr ein Kredit oder Darlehen versprochen, aber Sie haben das Geld nie bekommen.
  • Onlinedating oder anderer "romantischer" Betrug – Sie haben Geld an jemanden geschickt, der Sie mit einem falschen Profil in einem Datingportal oder sozialen Medien irregeführt hat.

Ich habe mehrmals Geld an Betrüger überwiesen. Kann ich für jeden Fall einen Antrag stellen?

 

Ja, Sie können für jeden Betrugsfall zwischen 1. Jänner 2004 und 19. Jänner 2017 Anträge stellen, sofern Sie damals Geld über Western Union überwiesen haben.

 

Ich habe keine Dokumente mehr zu meinem Fall. Kann ich trotzdem einen Antrag stellen?

 

Ja. Stellen Sie auch dann einen Antrag, wenn Sie keine schriftlichen Belege für die Überweisung per Western Union mehr haben. Möglicherweise sind Sie trotzdem zu einer Erstattung berechtigt.

 

Wie kann ich meinen Antrag stellen?

 

Auf dieser Website finden Sie das entsprechende Formular in englischer Sprache: Western Union Remission

 

Kann ich den Antrag für einen Verwandten, Freund oder Klienten einbringen?

 

Ja, aber nur in den folgenden Situationen:

  • Sie verwalten das Vermögen des Betroffenen,
  • Sie haben eine Bevollmächtigung des Betroffenen,
  • Sie sind Anwalt und können ein unterzeichnetes Dokument vorweisen, das beweist, dass Sie im Auftrag des Betroffenen handeln.

In diesen Fällen müssen Sie die entsprechenden Dokumente beilegen.

 

Hintergrund

 

Viele Konsumenten werden Opfer von Betrug. Ihnen werden Gewinne, Kredite, Jobs, Schnäppchen oder andere Leistungen versprochen. Vorab sollen sie aber einen gewissen Betrag überweisen. Manche Betrüger geben sich auch als Menschen in Not aus, gehen sogar so weit, sich als entfernte Verwandte zu präsentieren und um Geld zu bitten.

 

Nicht selten werden dabei Anbieter wie Western Union für den Geldtransfer genutzt. Die Konsumenten überweisen den geforderten Betrag und erhalten niemals eine Gegenleistung.

 

Nach gemeinsamen Ermittlungen von US-Behörden und dem amerikanischen Justizministerium hat sich Western Union nun bereit erklärt, 586 Millionen US-Dollar zu zahlen und zugegeben, diesen Überweisungsbetrug begünstigt zu haben. Mit diesem Geld will das US-Justizministerium nun Betrugsopfer entschädigen.