Schulunterricht 2.0

Ob zur Pflege von sozialen Kontakten, als Informationsquelle oder in Hinblick auf den künftigen Beruf – das Internet in all seinen Ausprägungen ist für die junge Generation nicht mehr wegzudenken. Die Initiative "Consumer Classroom" der EU Kommission unterstützt Lehrer dabei, ihre Schüler über Chancen und Risiken aufzuklären.

 

Neben allen Annehmlichkeiten lauern bekannterweise auch viele Gefahren im World Wide Web. Gerade Kinder und Jugendliche, die teilweise leicht zu beeinflussen sind, können schnell zu Opfern von Kostenfallen oder Betrug werden. Umso wichtiger ist eine umfassende Aufklärung über den richtigen Umgang mit Sozialen Netzwerken, Online-Shopping, Apps usw.

 

Moderne Methoden

 

Den so genannten "Digital Natives" wird nachgesagt, dass sie quasi schon mit dem Smartphone in der Hand auf die Welt kommen. Der Begriff soll ausdrücken, dass Jugendliche sehr intuitiv mit den neuen Technologien umgehen. Diese Fähigkeiten sollten gefördert werden, bedürfen aber einer gewissen Anleitung.

 

Lehrer, die sich dieses Themas annehmen wollen, finden auf der Online-Plattform "Consumer Classroom" Unterrichtsmaterialien und Vorschläge für die Lehrplangestaltung. Die von der Europäischen Kommission begründete Initiative dient auch als Netzwerk: Lehrkräfte, Klassen und Schulen aus der EU können sich vernetzen und gemeinsam z.B. grenzübergreifende Projekte gestalten.

 

Wie können Lehrer das Internet produktiv in ihren Unterricht einbauen? Können Google und andere Suchmaschinen als Werkzeuge genutzt werden? Welche digitalen Kompetenzen sollten moderne Schulen vermitteln? Welche Rechte und Pflichten gibt es im Internet? Consumer Classroom stellt Tools, Tipps und Materialien bereit, um diesen Fragen entgegen zu kommen.

 

Cybermobbing

 

Doch nicht nur von Außen werden Schüler mit Gefahren konfrontiert. Ein weit verbreitetes Phänomen ist leider auch das so genannte "Cybermobbing", das vor allem zwischen Gleichaltrigen auf Sozialen Netzwerken betrieben wird. Die scheinbare Anonymität, die das Internet bietet, senkt Hemmschwellen und so äußern Jugendliche vielleicht Dinge, die sie in einer realen Konfrontation nicht sagen würden. In manchen Fällen können diese oft gegen Außenseiter gerichteten Attacken extreme Folgen haben. Umso wichtiger ist es, dem Mobbing vorzubeugen. Auch dafür finden Lehrkräfte auf Consumer Classroom Anregungen.

 

Europaweiter Wettbewerb

 

Ein Beispiel  für eine von Consumer Classroom getragene Initiative, die sich mit dem Internet beschäftigt, ist die Inter-School Competition, die sich in ihrer zweiten Auflage dem Thema "Online Shopping: Genug wissen, um die besten Entscheidungen treffen zu können!" widmet.

 

Alle weiterführenden Schulen der Europäischen Union konnten an dem Wettbewerb teilnehmen und Videos, Multimedia-Lektionen oder Fotos rund um Online-Shopping einreichen. Die zehn finalen Beiträge werden auf der Website von Consumer Classroom vorgestellt. Via Facebook kann man noch bis 16. Mai für den persönlichen Favoriten abstimmen. Die Sieger fliegen für eine Woche nach Brüssel.

 

Breites Spektrum

 

Doch nicht nur über Internetsicherheit und Prävention von Cybermobbing findet man auf Consumer Classroom Material, sondern auch zu anderen aktuellen Themen wie Erderwärmung, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Medien, Finanzkompetenz und vieles mehr. Angemeldete Lehrkräfte können untereinander in einen Dialog treten und sich über ihre Erfahrungen austauschen. Wer selbst praktische Tipps zur Umsetzung neuer Lehrinhalte hat, kann diese über Consumer Classroom mit Lehrern aus ganz Europa teilen.