10 Jahre RAPEX

RAPEX greift ein, wenn Konsumenten Gefahr durch Produkte auf dem europäischen Markt droht. Die Mitgliedsländer und die EU-Kommission feiern das zehnjährige Bestehen des Warnsystems.

 

2003 lief RAPEX an, im ersten Jahr wurden rund 200 Produkte gemeldet. Der Jahresbericht 2013 zeigt: In den zehn Jahren seit der Gründung haben sich auch die Meldungen verzehnfacht. Dies liege jedoch nicht daran, dass mehr gefährliche Produkte auf dem Markt seien, heißt es in einem Bericht der Europäischen Kommission. Vielmehr sei das System stetig verfeinert und verbessert worden. 31 Länder beteiligen sich an dem Schnellwarnsystem – die 28 EU-Mitgliedsstaaten, sowie Norwegen, Island und Liechtenstein.

 

Zahlen, Daten, Fakten

 

Die Produktkategorien, die 2013 am häufigsten gemeldet wurden, sind:

  • Kleidungsstücke, Textilien und Modeartikel
  • Spielzeuge
  • Elektrogeräte und –zubehör
  • Kraftfahrzeuge
  • Kosmetika

Dies sei seit Bestehen von RAPEX gleichbleibend und resultiere vor allem daraus, dass in diesen Kategorien die höchste Dichte an Konsumentengütern produziert werde. Damit würden sich auch die Chancen erhöhen, risikobehaftete Waren zu finden.

 

Das gleiche gilt für die häufigsten Risikokategorien:

  1. Verletzungen
  2. Chemische Risiken
  3. Ersticken
  4. Elektrischer Schock
  5. Erdrosselung

Die aktivsten Länder sowohl bei RAPEX-Meldungen als auch im Umsetzen der darauffolgenden Maßnahmen sind Spanien, Ungarn und Deutschland. Laut der Kommission liegt das in direktem Zusammenhang mit der Größe des nationalen Marktes, dem Import-Umfang und der Anzahl an Inspektoren, die detaillierte und umfangreiche Kontrollen der Produkte vornehmen. Es sei keine Aussage über die Qualität der Produkte in diesen Ländern.

 

Woher kommen die gefährlichen Produkte?

 

Herkunftsland Nummer Eins ist China (inklusive Hong Kong). 64 Prozent der Warnmeldungen von 2013 betrafen Produkte aus dem asiatischen Land, das neben den USA der wichtigste Handelspartner der EU ist. Um die Zusammenarbeit auch im Sinne von RAPEX zu verbessern, gibt es seit längerem einen bilateralen Dialog zwischen den Ländern.

 

Der Fokus der EU liege hier vor allem auf der Rückverfolgbarkeit der beanstandeten Waren sowie der allgemeine Informationsaustausch zwischen den Behörden. Vierteljährlich übermittelt die chinesische Institution (AQSIQ) Berichte über die Umsetzung von nachfolgenden Maßnahmen an die Kommission (das RAPEX-CHINA-System).

 

Gefährliche Produkte europäischer Herstellung machen 15 Prozent der Meldungen an RAPEX aus.

 

Vorgangsweise von RAPEX

 

Konsumenten, Inspektoren der Mitgliedsstaaten bzw. der jeweiligen nationalen RAPEX-Kontaktstelle beanstanden ein Produkt aufgrund gefährlicher Inhaltsstoffe, Verarbeitung etc. Diese Meldung geht an RAPEX und die Europäische Kommission und wird geprüft, um dann Maßnahmen zu ergreifen. Das System soll sicherstellen, dass rasch Informationen zu risikobehafteten Produkten verbreitet werden können, um diese so effizient wie möglich aufzuspüren und vom Markt zu nehmen. Die möglichen Maßnahmen sind Marktsperren, Verkaufsstop sowie Widerruf und Importstop.