Online Shopping

Das EVZ Österreich hat Informationen für Konsumenten zusammengestellt, die unbesorgt online shoppen wollen - in Europa und weltweit.


Händler müssen keine teuren Geschäftslokale mieten, auch Beratungskosten fallen weg. Da die Verbraucher Lieferzeiten in Kauf nehmen, sind keine eigenen Lager nötig und das finanzielle Risiko für die Verkäufer ist bei Vorauszahlung gering. Da liegt es auf der Hand, dass sich diese Vorteile des Händlers günstig auf die Preise auswirken.

 

Riesiges Angebot an Waren und Dienstleistungen

 

Allerdings gibt es für die Verbraucher auch gewisse Nachteile beim Shopping im Internet. Man kann die Ware nicht begutachten, ist auf Bilder und Beschreibungen angewiesen, man kann sich keinen persönlichen Eindruck vom Verkäufer und dessen Vertrauenswürdigkeit machen, es fehlt die persönliche Beratung, im Reklamationsfall ist eine Intervention vor Ort unmöglich.

 

Wer in der virtuellen Shoppingwelt auf Schnäppchentour unterwegs ist, sollte folgende Punkte beachten:

  1. Skepsis bei unglaublichen Versprechen. Auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken.
  2. Informieren Sie sich über den Verkäufer. Je mehr Sie über Ihr "Gegenüber" wissen, umso besser. Mindestbedingungen sollten eine Postanschrift in der EU, Norwegen oder Island, eine Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse des Anbieters sein.
  3. Ein Klick reicht. Achtung, im Internet werden Verträge ohne Unterschrift nur durch bloßes Anklicken, geschlossen. Lesen Sie genau durch, wozu Sie Ihr Einverständnis geben!
  4. Schauen Sie genau, was Sie kaufen. Prüfen Sie die Waren anhand von Abbildungen, Inhaltslisten, Maßangaben oder anderen Angaben, die der Verkäufer liefert. Vergewissern Sie sich, dass ausländische Produkte in Österreich überhaupt funktionieren. Bei elektrischen Geräten gibt es oft unterschiedliche technische Standards.
  5. Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Ein seriöser Verkäufer formuliert die AGB verständlich und "versteckt“ sie nicht auf der Homepage.
  6. Skepsis bei Gütesiegeln. Prüfsiegel auf einer Website sind keine Gewähr für einen tadellosen Ablauf. Solange es kein EU-weit einheitliches oder zumindest für alle als solches erkennbares, sprachlich identifizierbares Gütesiegel gibt, gelten für diese Websites die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für nicht geprüfte.
  7. Vorsicht bei Vorauskassa. Bei Vorauszahlung besteht immer die Gefahr, dass der Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht nachkommt und der Konsument seinem Geld oder der Ware nachlaufen muss. Wenn Sie den Verkäufer nicht kennen, bevorzugen Sie besser Zahlungsarten, wo Sie erst nach/bei Erhalt der Ware den Kaufpreis bezahlen; etwa Nachnahme oder Zahlschein. Ansonsten kann es sein, dass Sie zwar ordnungsgemäß bezahlen, dann aber auf die Lieferung endlos warten. Bei Kreditkartenzahlung wählen Sie unbedingt eine verschlüsselte Übertragung der Daten und kontrollieren Sie die Buchungsunterlagen (Kontoauszüge) Ihres Kreditkartenunternehmens regelmäßig. Im Falle einer missbräuchlichen Verwendung Ihrer Karte können Sie die Stornierung der Zahlung von dem Kreditkartenunternehmen verlangen.
  8. Beachten Sie die Zusatzspesen. Der Endpreis sollte deutlich angegeben sein. Auf mögliche Mehrkosten, etwa durch Wechselkursgebühren (bei Nicht-Euro-Ländern), Steuern, Versandkosten, Zoll,... achten.
  9. Klären Sie vorab die Kosten für die Rücksendung. Portogebühren in Nicht-EU-Länder können teuer ausfallen. Daher vor dem Kauf klären, wer im Fall einer Rücksendung der Ware die Versandkosten trägt und wie hoch diese sind.
  10. Unterlagen ausdrucken und aufheben. Drucken Sie alle Angaben rund um den Bestellvorgang aus und legen Sie diese ab. Im Streitfall haben Sie damit die besseren Karten.

Online Einkauf im Ausland

 

Gebühren, Rechte und Pflichten, Konsumentenschutz und andere Details können je nachdem variieren, ob sich der Vertragspartner innerhalb der EU oder im Ausland befindet. Beachten Sie daher bitte folgende Tipps, wenn Sie online shoppen:

  • Privat oder Unternehmer? Vergewissern Sie sich, ob Sie es mit einem Unternehmer oder mit einem privaten Anbieter zu tun haben. Die weitreichenden Schutzvorschriften des Konsumentenschutzgesetzes gelten nur für sogenannte Verbrauchergeschäfte, also solche, die zwischen Verbrauchern und Unternehmern geschlossen werden.
  • Binnenmarkt? Unterscheiden Sie zwischen Einkäufen innerhalb der EU und Geschäften mit Ländern außerhalb.
  • Rechtslage? Während innerhalb der EU ein weitgehend vereinheitlichtes Verbraucherrecht Ihren Schutz gewährleistet und die Rechtsdurchsetzung oft von Ihrem Wohnsitz aus möglich ist, gibt es mit Drittstaaten oft keine vorteilhaften Regeln über das anwendbare Recht und den Ort der Rechtsdurchsetzung.
  • Steuern und Zollgebühren? Beim Kauf innerhalb des EU-Binnenmarktes fallen keine zusätzlichen Steuern und Zollgebühren an. Informieren Sie sich aber beim Zollamt über die anfallenden Zölle und die Einfuhrumsatzsteuer, wenn Sie in einem Drittstaat einkaufen.
  • Umsatzsteuer? Grundsätzlich ist beim Einkauf im EU-Ausland der dortige Umsatzsteuersatz im Kaufpreis inbegriffen. Daher ist ein Einkauf in EU-Ländern mit geringeren USt-Sätzen, wie etwa Deutschland, steuerlich von Vorteil.
  • Achtung: Sobald ein Unternehmen aus der EU Umsätze von mehr als € 35.000,- pro Jahr in Österreich hat, unterliegt es der österreichischen Umsatzsteuer (20% bzw. 10%)! Daher fällt bei solchen großen Unternehmen (Versandhäusern, etc.) dieser Steuervorteil weg.
  • Importbeschränkungen? Nicht alles, was im Internet zu haben ist, darf auch importiert werden. Für Medikamente und andere sensible Waren besteht entweder ein generelles Einfuhrverbot (z.B. Pelze oder Leder artgeschützter Tiere), oder es ist ein besonderes Importverfahren (z.B. Waffen, Autos) vorgesehen.